Geschlechterquote in Verwaltungsräten

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Ursula Metzger*

Solange es nicht selbstverständlich ist, dass Frauen und Männer Karriere machen, dass Frauen sich mit demselben Selbstverständnis wie Männer für Kaderpositionen und Verwaltungsräte bewerben – und dann auch in diese Positionen gewählt werden -, solange es nicht selbstverständlich ist, dass auch Männer Teilzeit arbeiten und Familienarbeit leisten, solange sind wir von der tatsächlichen Gleichstellung, wie sie Art. 8 der Bundesverfassung statuiert, noch weit entfernt.

Die Gesetzesänderung, die der Große Rat in seiner Sitzung im September 2013 beschlossen hat, erzielt keine absolute Gleichstellung, sie stellt aber sicher, dass beide Geschlechter zu mindestens je einem Drittel in den Verwaltungsräten im öffentlichen und halböffentlichen Bereich (Bsp. BKB, IWB etc.) vertreten sind. Der Beschluss des Grossen Rates stellt somit lediglich einen weiteren Schritt auf dem Weg zur tatsächlichen Gleichstellung dar.

Umso unverständlicher empfinde ich, dass von jungen bürgerlichen Frauen das Referendum gegen diese Gesetzesänderung ergriffen worden ist.

Es ist wohl eine Tatsache, dass die bürgerlichen Parteien grosse Schwierigkeiten haben, die Verwaltungsräte mit qualifizierten Frauen zu besetzen, haben sie die Frauenförderung in den letzten Jahren doch vernachlässigt. Ein Blick in den Grossratssaal zeigt dies auf eindrückliche Weise.

Mit der Aussage, dass sie keine Quotenfrauen sein wollen, sondern aufgrund ihrer Fähigkeiten in ein Mandat gewählt werden wollen, disqualifizieren sich die jungen bürgerlichen Frauen selbst und begründen die Notwendigkeit der Quotenregelung umso mehr. Denn solange sich Frauen darüber Gedanken machen, dass sie evtl. bloss gewählt werden könnten, weil sie eine Frau sind, zeigt, dass die Selbstverständlichkeit für Frauen in verantwortungsvollen Positionen noch lange nicht gegeben ist. Die Geschlechterquote dient dazu, dass es für uns in Zukunft alltäglich wird, gut qualifizierte Frauen in verantwortungsvolle Mandate  zu wählen. Vielleicht wird es sogar einmal nötig sein, dass die Geschlechterquote dazu führt, die Vertretung von Männern in Verwaltungsräten sicherzustellen?

*Grossrätin SP Basel-Stadt

Türkçe özeti
Kadın ve erkeğin kariyer yapmasının seyrinin doğal olmadığı ve bu doğallıkla, yönetici kademelere, yönetim kurullarına adaylığını koyup, seçilemediği, erkeklerin de yarı zamanlı çalışıp aile içi işlerde sorumluluk almadığı müddetçe, Federal Anayasa’nın 8. Maddesi’nde yer alan hak eşitliği kavramının oldukça uzağındayız demektir.

Eylül ayında kanton parlamentosunda yapılan oturumda alınan erkek ve kadının kamu ve yarı-kamu sektöründe, yönetim kurullarında eşit düzeyde temsil edilmesinin kota kararına bağlanmasına, muhafazakar partilerin genç kadınlarından gelen itirazların anlaşılması güç olmaktadır. Bu kota uygulaması, yetenekli ve eğitimli kadınların gelecek dönem içerisinde yönetim kurullarına üye olarak seçilmesine hizmet edecektir.