Bildung und Integration für alle

Sibylle Benz*

Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Das ist ein Kernsatz für die SP Basel-Stadt. Bildung ist aber auch die Grundlage jeder Demokratie. Menschen können nicht über sich selber bestimmen, wenn sie nicht wissen, worüber sie bestimmen können und dieses Wissen erwerben sie durch Bildung. Bildung als wichtiges Gut und als ständig beschworene grösste Ressource in unserem rohstoffarmen Land muss aber auch öffentlich sein. Mit Bildung dürfen nicht Geschäfte gemacht werden. Es gibt genügend Beispiele von Ländern, wo eine sehr gute Ausbildung und damit einhergehend sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt (fast) nur diejenigen erreichen können, die auf Grund ihres Vermögens Zusatzkurse und Zusatzvorbereitungen für Prüfungen finanzieren können. Soweit darf es in der Schweiz nicht kommen. Aber auch hierzulande ist man vor einer Segregation zwischen öffentlichen Schulen, die alle Kinder aufnehmen müssen und privaten Schulen, die ihre Klientel auswählen und dadurch eine Attraktivität für bildungsnahe Familien schaffen können, nicht gefeit. Wenn man diese Entwicklung zu Ende denkt, kommt man zu einer Entsolidarisierung, so dass die öffentlichen Schulen für bildungsnahe und vermögende Familien nicht mehr attraktiv scheinen und private Schulen geschlossene Kreise innerhalb unserer Gesellschaft entstehen lassen. Eine solche Entwicklung aber ist gleichbedeutend mit einer Entsolidarisierung und einem Auseinanderfallen unseres Gesellschaftsgefüges. Die SP Basel-Stadt wehrt sich gegen diese Entwicklungen. Das wichtigste Rezept dagegen ist eine sozial gut durchmischte Zusammensetzung aller Schulklassen in allen Schulhäusern und in allen Quartieren. Zu Beginn der jetzigen Legislatur habe ich im Grossen Rat einen Vorstoss gemacht, dass eine solche sprachliche Durchmischung in allen Schulklassen gegeben sein muss, damit alle Kinder profitieren und keine Parallelgesellschaften entstehen, die sich vom Leben der andern abgrenzen. Der Vorstoss wurde wegen nur einer fehlenden Stimme im Grossen Rat abgelehnt. Bei der Beratung des Schulgesetzes vor einem Jahr versuchte ich eine Bestimmung in das Gesetz aufzunehmen, dass Privatschulen nie gewinnorientiert sein dürfen. Auch diesen Vorschlag hat die bürgerliche Mehrheit des Grossen Rates abgelehnt. Fazit: Um unsere Anliegen durchzubringen, müssen wir im Grossen Rat ein paar Sitze zulegen! Die Politik unseres Kantons wird sonst in allen Bereichen von der bürgerlichen Mehrheit diktiert, die vor allem Steuerabbau und Abbau der Leistungen unseres Sozialwesens in jedem nur erdenklichen Bereich verlangt. Gehen Sie wählen und sagen Sie Ihren Bekannten, dass sie das auch tun sollen! Für den 22. September um 20.00 Uhr lade ich Sie ein, in der „Oase“ an der Bruderholzstrasse (Veranstaltung der SP Gundeli-Bruderholz), über jetzt anstehende aktuelle Fragen der Bildungspolitik von Basel-Stadt zu reden. Ich freue mich auf das Gespräch. Mein persönliches Rezept gegen Ausgrenzung und Unsicherheit heisst: Soziale Sicherheit und Bildung für alle!

*lic. phil., lic. iur., Grossrätin SP Basel

3x auf Liste 5 am 23. Oktober 2016!